Meditation

Älterer Mann meditiert in der Natur

Was macht man beim Meditieren?

Bei der Achtsamkeitsmeditation lenken wir unsere Aufmerksamkeit bewusst auf einen Bereich unserer Wahrnehmung, beispielsweise auf die Wahrnehmung unseres Atems, der Körperempfindungen oder der Geräusche um uns herum. Wir versuchen, konzentriert bei diesem "Objekt" unserer Wahrnehmung zu bleiben. Gelingt uns dies, bringt uns die Meditation ganz ins Hier und Jetzt. Dies wirkt meistens sehr beruhigend und zentrierend.


Oft aber sind wir schnell abgelenkt und verlieren unseren Fokus. Dieses Abschweifen bewusst zu bemerken und uns freundlich wieder zurückzubringen ist ein Kern der Achtsamkeitspraxis: Indem wir wahrnehmen, was uns ablenkt, üben wir, uns darin nicht zu verlieren, sondern unsere Aufmerksamkeit bewusst zu steuern. Dies kann hilfreich sein, um z.B. aus Grübeleien oder Sorgen auszusteigen. 


Manchmal sind die Ablenkungen aber stärker, dass wir sie nicht einfach loslassen können. In diesen Fällen erforschen wir achtsam, was uns da ablenkt und warum dies im Moment so eine Macht über uns hat. Die dadurch entstehende Einsicht hilft uns, uns besser zu verstehen, aus diesen Reaktionsmustern auszusteigen und gut für uns zu sorgen. Das wird häufig als sehr befreiend erlebt.



Muss ich bei Meditieren an etwas glauben?

Nein. Die Achtsamkeitsmeditation ist praktische Selbsterfahrung, ohne Einbindung in ein Glaubenssystem oder eine Religion. Wir lernen in der Meditation, uns genauer wahrzunehmen, zu verstehen und besser mit uns selbst und unseren Empfindungen, Gefühlen und Gedanken umzugehen. 


Meditation steht aber auch nicht im Widerspruch zu religiösem Glauben, sondern lässt sich in der Regel gut integrieren. So gibt es beispielsweise im Christentum und Islam (Sufismus) sehr ähnliche Meditationsformen. Religiöse Menschen erleben dann die beruhigende Wirkung im Hier und Jetzt oft als Gotteserfahrung.




Ist Achtsamkeitsmeditation buddhistisch?

Prof. Jon Kabat-Zinn erforschte bereits seit Ende der 1970er-Jahre die Wirksamkeit der Achtsamkeitsmeditation wissenschaftlich und übertrug das Konzept in den Bereich der Medizin. Daher ist MBSR weltanschaulich neutral und säkular. Achtsamkeit ist im Kern auch keine spezifische buddhistische Lehre, sondern eine allgemeinmenschliche Grunderfahrung. Mittlerweile gibt es unzählige Studien und Metastudien, die die Wirksamkeit von Achtsamkeit bestätigen.


Achtsamkeitsmeditation hat aber natürlich buddhistische Wurzeln. Im Buddhismus ist das Training der Achtsamkeit seit ca. 2500 Jahren Teil der Meditationspraxis und Geistesschulung. Achtsamkeit findet sich darüber hinaus in anderen Religionen und Weltanschauungen.


Auch wenn MBSR auf eine Einbindung der Meditationen in den buddhistischen Kontext verzichtet, gilt der Buddhismus als wichtige Quelle und Inspiration, da hier Achtsamkeit gründlich praktisch erprobt wurde. Dabei betont der Buddhismus, dass Achtsamkeit stets in Verbindung mit Güte, Mitgefühl und ethischem Handeln geübt werden sollte.




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